
Es lief zwar nicht alles nach Plan, aber über die Ziellinie zu kommen, war schon grandios, die harten Fakten:
Platz 3459 von über 6.000 Frauen, Platz 629 in meiner AK, meine Zeit: 02:11:48
Also mal grandios an den 2:00:00 vorbeigeschmettert. Wir (ein Freund und ich) standen total aufgeregt im Startblock E, es war ja sowas von voll... Irre, wieviele Menschen sich das antun wollten :D Ich habe bei dem einsetzenden Nieselregen und dem doch recht kalten Wind echt mit der Entscheidung 3/4-Hose, T-Shirt und Unterhemd gehadert, um mich rum fast alle mit Weste, Langarmshirt + langer Hose *rotwerd* Nun ja, ging ja nicht mehr anders, war zu spät, sich umzuziehen.
Wir schlenderten also in langsam gelockerter Stimmung gen Startlinie und konnten tatsächlich schon über die Linie laufen, stockten dann danach noch etwas auf dem ersten km rum, aber dann lief es eigentlich wirklich gut. Wir hatten ein tolles Tempo über die ersten 5 km die Straße des 17. Juni entlang. War schon irre, an der "Goldelse" langzulaufen, schade, das sie etwas eingerüstet war.
Es hörte auch genau nachdem wir dort vorbei waren, auf zu regnen und die Sonne kam raus. Prompt war mir auch nicht mehr kalt und ich war das erste Mal froh, nicht so viel anzuhaben ;-) Die tollen Bands am Straßenrand haben sehr motiviert, ich war sehr dankbar dafür. Vor km 9 habe ich meinen Begleiter an einer Ecke aus den Augen verloren und ich musste etwas hin und her "hüpfen" weil plötzlich Gedränge war, bei KM 10 hatte ich 1:01:00 auf der Uhr und wunderte mich über das "langsame Tempo", hatte ein schnelleres Gefühl. Bis km 14 versuchte ich angestrengt, meinen Begleiter nicht davonrennen zu lassen und das hätte ich wohl nicht tun sollen, bin zu viel gesprintet, hin und her gelaufen und nicht gleichmäßig mein Tempo gelaufen. Hab ihn dann ziehen lassen....
Ab km 16 wurde es ganz schön schwer, ich wurde immer langsamer und fragte mich warum, mir taten die Beine weh und es ging in Kopfarbeit über. Ich hab mich dann an ein Vierer-Grüppchen gehangen, die ein gutes, gleichmäßiges Tempo liefen und ich konnte denen gut folgen. Nebenbei haben sie sich die ganze Zeit unterhalten, das hat mich etwas abgelenkt.
Dann kam KM 19 in Sicht und ich konnte doch nochmal eine Schippe drauf legen, das war vielleicht nicht viel, aber ein wenig ging noch. Bei km 20 musste ich dann die Reanimation des 43-jährigen mit ansehen und war ganz erschrocken, schnell dran vorbei, nicht hinsehen.... :-(
Dann kam das Ziel in Sicht und es ging sogar noch leicht bergab, also laufen lassen und schon war ich im Ziel.....!!!!!
In der Menge im Zielbereich wäre ich beinahe aus den Latschen gekippt, aber es war so eng, das es zum Glück ja nicht ging... Nach den ersten zwei Bechern Wasser, mit der Medaille um den Hals und einer Banane in der Hand auf dem Weg zum Erdinger Stand ließ auch das Kopfkribbeln langsam nach und die Euphorie kam :-) Habe dann am Treffpunkt meinen Pacemaker und meine Mum wiedergetroffen und wir sind uns in die Arme gefallen und haben angestoßen!! Ein tolles Erlebnis!!!!!
Heute habe ich einen ganz schönen Muskelkater, aber das erinnert mich nur immer wieder daran, was ich geschafft habe und das hätte ich mir vor drei Jahren im Leben nicht vorstellen können!!!